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Pädagogen lernen wieder gemeinsam


Die DPFA-Bildungsstätten begrüßen erstmalig in 2021 wieder Weiterbildungsteilnehmer:innen in Präsenz. Fast alle - pandemiebedingt unterbrochenen - Kursformate wurden zwischenzeitlich digital fortgeführt.

Im Dezember haben sie sich das letzte Mal gesehen. Dementsprechend groß war die Wiedersehensfreude: Am vergangenen Freitag konnten die ersten Teilnehmer:innen einer pädagogischen Weiterbildung ihren Kurs erstmals wieder gemeinsam in Präsenz am Chemnitzer DPFA-Standort fortsetzen. „Natürlich ist es erst einmal ungewohnt, nach so langer Zeit wieder vor Menschen zu stehen, aber selbstverständlich überwiegt die Freude, alle wiederzusehen“, so Kursleiterin Denise Habke.

Große Wiedersehensfreude am Freitag: Eine heilpädagogische Zusatzqualifikation erwerben die Teilnehmer:innen dieser DPFA-Fortbildung. Der persönliche Austausch ist der Gruppe sehr wichtig. Foto: Caroline Lindner/DPFA
Große Wiedersehensfreude am Freitag: Eine heilpädagogische Zusatzqualifikation erwerben die Teilnehmer:innen dieser DPFA-Fortbildung. Der persönliche Austausch ist der Gruppe sehr wichtig. Foto: Caroline Lindner/DPFA

Freude über Austausch in der Gruppe

Die 16 Kursteilnehmer:innen hatten im September 2019 ihre berufsbegleitende heilpädagogische Fortbildung begonnen und sind seitdem eng zusammengewachsen.

„Wir haben die pandemiebedingte Pause mit Online-Einheiten gut überbrücken können, auch wenn einige zunächst die technischen Voraussetzungen dafür schaffen mussten“, blickt Denise Habke zurück. Teilnehmerin Ines Bauer freute sich sehr, dass der Kurs wieder in Präsenz stattfand. „Der Austausch untereinander ist schön. Mir ist das Lernen zu Hause doch manchmal schwerer gefallen als in der Gruppe.“

Der Kurs endet Ende Juni. Deshalb kehrte Kim Sara Marquardt „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ zurück. „Leider ist der Kurs bald vorbei, aber es ist schön, dass wir die letzten Meter gemeinsam gehen können. Hoffentlich können wir unsere Facharbeit hier vor Ort verteidigen“, so die Kursteilnehmerin.

Mit DPFA-Dozentin Juliane Wüstner ging es am Freitag in die Natur nach Zschopau. Die angehenden Heilpädagog:innen lernten bei der Exkursion eine Methode für ihre spätere Arbeit, bei der Seile miteinander verknüpft und sogar von einer Brücke herabgelassen wurden. Foto: Juliane Wüstner/DPFA
Mit DPFA-Dozentin Juliane Wüstner ging es am Freitag in die Natur nach Zschopau. Die angehenden Heilpädagog:innen lernten bei der Exkursion eine Methode für ihre spätere Arbeit, bei der Seile miteinander verknüpft und sogar von einer Brücke herabgelassen wurden. Foto: Juliane Wüstner/DPFA

Praktische Anwendung heilpädagogischer Methoden

Neben der Zusammenarbeit im Klassenraum gab es direkt am ersten Tag eine Exkursion nach Zschopau. In der Natur lernten die Teilnehmer:innen u.a. eine methodische Knüpfkunst kennen, die in der heilpädagogischen Kunsttherapie eingesetzt werden kann.

Es folgten Tonarbeiten an Bäumen. Bei dieser Übung bekamen die Teilnehmer:innen die Aufgabe, sich mit dem Thema Emotionen und der Wahrnehmung dieser auseinanderzusetzen. Dies hilft ihnen später, mit Betroffenen arbeiten zu können, die aufgrund einer Störung im Sozialverhalten oder einer psychischen Erkrankung zum Beispiel eine wahrgenommene Mimik nicht deuten können.

Tonarbeiten sind eine Methode in der heilpädagogischen Kunsttherapie, womit Betroffene ihre Emotionen verarbeiten können. Foto: Juliane Wüstner/DPFA
Tonarbeiten sind eine Methode in der heilpädagogischen Kunsttherapie, womit Betroffene ihre Emotionen verarbeiten können. Foto: Juliane Wüstner/DPFA

Sprachkurse wieder in Präsenz

Auch in den DPFA-Bildungsstätten Bautzen und Großenhain starten im Juni wieder Präsenzschulungen, wie etwa Integrationskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Während der langen Schließzeit blieben die DPFA-Dozent:innen über Online-Tutorials mit den Teilnehmenden in Kontakt, so dass die bereits erworbenen Deutschkenntnisse nicht verloren gehen konnten.

Die Chemnitzer Teilnehmer:innen des BAMF-Kurses trafen sich in den vergangenen Wochen pandemiebedingt fast jeden Tag online zur Videokonferenz, um ihre Sprachkenntnisse zu verfestigen und mehr über das Leben in Deutschland zu erfahren. Doch auch diese Gruppe ist froh, dass das persönliche Lernen wieder gemeinsam mit Dozentin Swetlana Kaiser (hinten im Bild, stehend) möglich ist. Foto: Caroline Lindner/DPFA
Die Chemnitzer Teilnehmer:innen des BAMF-Kurses trafen sich in den vergangenen Wochen pandemiebedingt fast jeden Tag online zur Videokonferenz, um ihre Sprachkenntnisse zu verfestigen und mehr über das Leben in Deutschland zu erfahren. Doch auch diese Gruppe ist froh, dass das persönliche Lernen wieder gemeinsam mit Dozentin Swetlana Kaiser (hinten im Bild, stehend) möglich ist. Foto: Caroline Lindner/DPFA

Schließungen für Digitalisierung genutzt

Auch wenn Präsenzkurse weiterhin beliebt sind, so haben die DPFA-Mitarbeiter:innen in den vergangenen Monaten der Pandemie mehrere Kursformate „digitalisiert“. So konnten beispielsweise in Chemnitz drei Praxisanleiter-Kurse online abgeschlossen werden, eine Fortbildung, bei der sich u.a. Erzieher:innen zu kompetenten Ansprechpartnern für Praktikant:innen ihrer Einrichtung ausbilden lassen.

„Obwohl diese Kurse ursprünglich ausschließlich als Präsenzveranstaltung konzipiert waren, haben wir sehr positives Feedback von unseren Teilnehmenden bekommen“, erzählt DPFA-Mitarbeiter Patrick Matthes und fährt fort: „Interessanterweise können sich jetzt diejenigen, die vorher mit Online-Formaten nichts anfangen konnten, vorstellen, auch die nächste Fortbildung digital zu absolvieren.“

Künftig plant die DPFA pädagogische Fortbildungen daher in Präsenz, komplett digital oder im Mix als blended learning-Variante.

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So arbeitet die DPFA-Weiterbildung an digitalen Kursformaten!

Neue Schulungsformate: 1 Dozent – 2 Seminarorte

In Bautzen nutzt das DPFA-Team die digitale Infrastruktur für ein Hybridmodell. Während der Dozent vor der Klasse in Bautzen referiert, werden weitere Kursteilnehmer in den Seminarräumen der Außenstelle in Hoyerswerda über das Videokonferenzsystem Big Blue Button dazugeschaltet. „Wir sind sehr gespannt, wie dieses Schulungsformat angenommen wird“, so Bildungsstättenleiterin Siri Zuchold. 

Professionelle Testung vor Ort

Sollte die lokale Sieben-Tage-Inzidenz stabil bleiben oder weiter sinken, kehren in den kommenden Tagen Schritt für Schritt weitere Kurse an allen Standorten der DPFA-Weiterbildung zurück – selbstverständlich unter Einhaltung aktuell geltender Hygienemaßnahmen. Teilnehmer:innen, Besucher:innen und Dozent:innen sind darüber hinaus verpflichtet, zweimal wöchentlich einen Test vorzuweisen. An den DPFA-Standorten wurden eigens für die Durchführung dieser Tests Mitarbeiter:innen geschult.

 

DPFA-Weiterbildungskatalog 2021: Weiterbildungen für pädagogische Fachkräfte in ganz Sachsen und digital: Vom Praxisanleiter bis zur heilpädagogischen Zusatzqualifikation sowie mehr als 40 Angebote für individuelle Inhouse-Schulungen finden sich im aktuellen Katalog der DPFA-Weiterbildung GmbH. Oder finden Sie das passende Angebot in unserer Kursdatenbank.