Zum Inhalt springen

Zwei Seiten einer Medaille: Rechtsextremismus und Islamismus

Unter diesem Titel fand in der Aula des DPFA-Regenbogen-Gymnasiums Zwenkau am 12.04.19 eine Gesprächsrunde statt, an der Schülerinnen und Schüler der Klassen 8, 9, 10 und 12 teilnahmen und viele Fragen stellten. Die Veranstaltung wurde von der Volkshochschule und der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen als Kooperationsprojekt angeboten.

Warum wenden sich Jugendliche extremen Lagern zu? Wie kann man diese extremen Lager wieder verlassen und warum verlässt man diese? Welche Strukturen sind durchaus ähnlich, wenn man religiösen und politischen Extremismus vergleicht?

Philip AL-Khazan ist Islamwissenschaftler, er arbeitet als Ausstiegshelfer mit religiösen Extremisten und leistet Präventionsarbeit an Hamburger Schulen. Christian Ernst Weißgerber ist Kulturwissenschaftler und arbeitet als Bildungsreferent. Er stellte zudem sein autobiografisches Buch: "Mein Vaterland! Warum ich ein Nazi war" in Auszügen vor. Herr Weißgerber betonte, dass er in keinster Weise eine Interpretation wünscht, die ihm eine jugendliche Naivität und passive Mitläuferrolle zuweist. Er sagte den Teilnehmern deutlich, dass er bewusst Nazi wurde und nun die Konsequenzen dieser Vergangenheit zu tragen hat.

Die Schülerfragen konnten aufgrund der Komplexität nur teilweise beantwortet werden. Die Gäste versuchten den Schülern zu vermitteln, dass es keine "WENN DANN Formel" gibt, sondern eine Vielzahl von Einzelschicksalen, die keine allgemeinen Rückschlüsse erlauben. Beide Aktionen, nämlich die Zuwendung zu einer extremen Gruppe und die aktive Mitarbeit in dieser, sowie die Abwendung von dieser Gruppe und der Ausstieg, sind längere Prozesse und passieren nicht "plötzlich".

Die Radikalisierung und Entradikalisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen hängt von sehr vielen Variablen ab, die diese begünstigen können, z.B. Freundeskreis, Elternhaus, Medienkonsum, Vorbilder, biografische Erlebnisse usw… Die Journalistin Kai Adler unterstützte die Veranstaltung.

Wir danken allen Schülern und Lehrern, die an der Veranstaltung teilnahmen und unseren Gästen für das Gespräch.