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Was wäre, wenn wir alles dürften, was wir können?

Der Sinn des Lebens besteht nicht darin ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern ein wertvoller.“ - Albert Einstein

Doch wer bestimmt, ob wir wertvoll sind? Und für wen sind wir wertvoll? Für unsere Familie? Für unsere Freunde? Wenn wir ein Tier wären, für unsere Besitzer? Oder doch für völlig Fremde, weil wir ihnen irgendwann einmal das Leben retten könnten, indem wir ihnen unsere Organe spenden oder dank uns neue Medikamente entwickelt werden können?

Das alles sind Fragen, die wir uns stellen müssen, wenn wir drüber nachdenken, ob wir alles dürfen, was in unserer Macht steht. Zugegebener Maßen etwas verwirrend - also fangen wir am Anfang an.

Das Ziel der Klasse 10a des DPFA-Regenbogen-Gymnasiums Zwenkau war es, am 02.11.2017 eine Podiumsdiskussion zu führen. Was das ist? Eine Podiumsdiskussion ist eine öffentliche Diskussion von Fachleuten zu einem bestimmten Thema.

Unser Thema war die Frage „Dürfen wir alles, was wir können?“ Schon mehrere Unterrichtsstunden zuvor hatten wir auf diesen Tag hingearbeitet. Man gab uns mehrere Aufgaben, die wir bearbeiten sollten. Beispielsweise die Frage, ob es ethisch vertretbar wäre, Klone zu züchten und diese wie ganz normale Menschen aufzuziehen, um ihnen, wenn sie ausgewachsen sind, die Organe zu entnehmen, um richtigen Menschen das Leben zu retten mit der Folge, dass die Klone deswegen sterben müssten. Oder ein anderes Beispiel. Ist es vertretbar Tierversuche durchzuführen, um möglicherweise neue Medikamente zu entwickeln?

Da saßen wir. Neunzehn Schüler der zehnten Klasse. Wir alle wurden einer bestimmten Aufgabe zugeteilt. Es gab sieben Experten zu verschieden Themen, die sich alle auf die am Anfang erwähnte Frage „Dürfen wir alles, was wir können?“ bezogen. Man muss dazu erwähnen, dass wir vorab sogenannte Rollenkarten entworfen hatten. Das bedeutet, dass wir nicht uns selber spielten, sondern eine fiktive Person.

Zwei Moderatoren führten uns durch die Diskussion. Zum Beginn stellte jeder sich und seine Meinung erst einmal vor. Zudem wurden die jeweiligen Eingangsstatements vorgetragen. Hierbei erzählte jeder seine eigene persönliche Geschichte und begründet somit seine Entscheidung, ob er für oder gegen die oben genannte Frage ist.

Die Zuschauer gewannen so einen ersten Einblick und lernten die Experten näher kennen. Als jeder sich selber vorgestellt hatte, fingen die Moderatoren an, ihre Fragen zu stellen. Daraufhin begannen auch schon die ersten Diskussionen untereinander. Anfangs wirkten alle etwas schüchtern, aber im Laufe der Zeit brach das Eis und alle Beteiligten wurden lockerer und gingen auch auf die Aussagen der anderen ein.

Später bezogen sich die Diskussionen nicht nur auf die Frage „Dürfen wir alles, was wir können?“ sondern auch auf Fragen wie „Was sind Klone eigentlich wert?“ oder „Sind Klone mehr wert als Tiere oder Menschen?“ Während dessen wurde das Publikum mit eigenen Fragen, auf welche die Experten dann antworten sollten, einbezogen.

Als die Diskussion gezwungener Maßen aufgrund der fehlenden Zeit zu Ende gehen musste und sich die Experten erneut zu ihrer Meinung positionieren sollten, gab es überraschenderweise bei einigen einen Meinungsumschwung. Experten, die anfangs noch dafür waren, dass Menschen all ihre Möglichkeiten ausschöpfen sollten, entschieden sich nun um. Genau das Gleiche passierte jedoch auch auf der anderen Seite. Schlussendlich entschieden sich 2 Personen dafür und 4 Personen dagegen, dass die Menschheit alles darf, was sie kann und ihre Möglichkeiten somit vollkommen ausschöpfen soll. Eine Person konnte sich nicht klar positionieren, da sie weder von der Pro- noch von der Kontra-Seite vollkommen überzeugt war.

Aus der Schülerperspektive gesehen war eine solche Podiumsdiskussion sehr spannend und eine willkommene Abwechslung zum eigentlichen Unterricht. Der Kreativität wurden keine Grenzen gesetzt. Ob beim Erstellen der Rollenkarten oder später in der Diskussionsrunde. Jeder Schüler konnte sich und die Meinung seiner Rolle problemlos einbringen.

Insgesamt betrachtet war diese Aufgabe eine wunderbare Möglichkeit für uns alle, selber mal eine eigene Podiumsdiskussion zu führen, wie sie die meisten von uns bisher nur aus dem Fernsehen kannten. Zudem haben wir uns einmal genauer Gedanken darüber gemacht, wie es eigentlich wäre, wenn den Menschen keine Grenzen gesetzt werden würden und beispielsweise die Forschung ungehindert forschen könnte. So musste sich jeder früher oder später eine eigene Meinung zu dem Thema bilden. Ich denke, ich kann für die meisten sprechen, wenn ich sage, dass uns dieses Projekt viel Spaß und Freude bereitet hat und wir es jederzeit wiederholen würden.