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„Vorbei am Wasserfall der Tränen und den Bergen der Erdrückung … “

Was Zehntklässler des DPFA-Regenbogen-Gymnasiums Zwenkau zu Goethes „Werther“ zu sagen haben

… mit Worten, Bildern, Plastiken oder Klängen

Lieber Goethe,

[…] Du bist bestimmt verwundert darüber, dass ich Dir schreibe und sicherlich weißt Du auch nicht, wer ich bin. Ich lebe im Jahre 2017, also eine ganze Weile nach Deiner eigenen Lebenszeit. Ich bin momentan 15 Jahre alt und besuche ein Gymnasium. Zurzeit beschäftigen wir uns im Deutschunterricht mit Deinem berühmten Briefroman „die Leiden des jungen Werther“. Es wird Dich sicher freuen zu hören, dass dieser auch in unserer heutigen Zeit noch sehr bekannt ist, genau so wie Du. Ich fand, dass der Roman mal etwas ganz anderes war als die Bücher, die wir sonst im Unterricht behandeln. Der Protagonist, den Du mit Werther geschaffen hast, war für mich jemand, in den ich mich gut hineinversetzen konnte. Ich konnte seine Gefühlswelt sehr gut nachvollziehen. Zwar sitzen die Probleme, die ich wie wahrscheinlich jeder andere Teenager habe, bei weitem nicht so tief, wie die von Werter, aber ich finde trotzdem, dass er sehr gut die Probleme beschreibt, die er hatte. Manchmal empfindet man die Welt nur als schwarz und grau, besonders wenn man in der Pubertät steckt.

[…] der Anfang des Buches hat mir besonders gefallen. Es war sehr inspirierend, wie Sie die Natur beschrieben haben. So als wäre sie das Schönste auf der Welt. So wie Lotte sie für Werther war […]

[…] Dein Roman ist zugegebenerweise nicht der aktuellste, dennoch gibt er die Themen, welche gerade Jugendliche heutzutage beschäftigen sehr gut wieder. Themen wie beispielsweise die Liebe schwirrt in vielen Köpfen herum und demzufolge auch der Liebeskummer […] an vielen Stellen konnte man glauben, wie Du selbst 1824 gesagt hast, dass die Geschichte Werthers nur für einen selber geschrieben wurde.

[…] ich habe oft darum gekämpft, Deine Sätze zu verstehen und auch den tieferen Sinn dahinter […] und ich bin der Meinung, dass der Werther ein schönes Buch ist […]

[…] Ganz ehrlich muss ich dir sagen, dass ich eher weniger begeistert war, den Roman zu lesen. Auch nach den ersten paar Seiten ging die Motivation nach unten.

[…] Nachdem wir dann das Buch behandelten, muss ich sagen, dass ich die Idee (Deine eigenen Erfahrungen zu verarbeiten) gut nachvollziehen kann. Das sehe nicht nur ich so, sondern auch die ganze Welt. In mehr als 64 Sprachen wurde es übersetzt und ist ein Weltbestseller.

[…] Ich finde es sehr interessant, wie sehr Dein Buch auf Deinem Leben und Deinen Erfahrungen basiert …

[…] Ich habe Ihre Aussage vom 1824 so verstanden, dass jeder Mensch sich im Werther wiedersehen kann, man hat sein Hoch, in dem man ganz glücklich ist, aber dann auch sein Tief, in dem man einfach keine Lust mehr auf alles hat. Meine eigene Erfahrung ist, dass ich Stress zu Hause hatte und als ich auf dem Fußballfeld stand, wieder alles ausgeblendet habe. Wenn ich neben meinem besten Freund im Mittelfeld spiele, dann will ich alles für die Mannschaft geben …

[…] ich habe Ihr Buch so verstanden, dass man viel öfter das Positive im Leben sehen sollte und die guten Momente für sich im Leben genießen sollte. Aber auch, dass wenn einen das Glück verlassen hat, man nicht aufgeben sollte …