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Vom Treibhaus zum Eishaus – von 30 Millionen Jahren alten Fischzähnen und dem ganz normalen Leben …

Mit Beginn des laufenden Schuljahres wurde im DPFA-Gymnasium-Regenbogen Zwenkau die Idee geboren, eine Begabungsförderung zu fachübergreifenden naturwissenschaftlichen Fragestellungen für Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Jahrgangsstufe zu starten. Zwei Prämissen sollen die Veranstaltungen, die sich in loser Abfolge durch das Schuljahr ziehen werden, begleiten: zum einen finden die Veranstaltungen – wenn möglich – an außerschulischen wissenschaftlichen Einrichtungen statt und zum Zweiten werden diese durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gestaltet.

Am 6.9.2017 startete das erste Lernen mit Experten. Dazu trafen wir uns am Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Leipzig in der Talstraße 35. Herr Prof. Dr. Arnold Müller zeigte in einem ersten Vorlesungsteil markante Ereignisse der Erdgeschichte auf und stellte immer wieder regionale Bezüge zu Leipzig her.

So erfuhren wir, dass der Kontinent Europa früher ganz anderes aussah und von der Nordsee durchzogen war. Oder, dass die Kontinentalwanderung der Antarktis dafür verantwortlich war, dass sich das Klima auf der Erde von einem Treibhaus zu einem Eishaus wandelte und es während der Treibhausphase in unserem Raum sehr viel wärmer gewesen war. Die Vorlesung war sehr interessant und doch für die Ohren und den Kopf sehr anstrengend.

Nach einer ersten Pause besichtigten wir die geologisch-paläontologische Ausstellung im Haus. In einem zweiten Vorlesungsteil ging es um die Nordsee, die früher bis in die Region Leipzig reichte. Wenn es zu dieser Zeit schon Paris gegeben hätte, wäre eine Bootstour direkt von uns bis „zum Eiffelturm“ möglich gewesen. Herr Prof. Dr. Müller zeigte auf, dass unsere Region mit den ehemaligen Tagebauen ein wichtiges wissenschaftliches Forschungsareal ist, in dem es durch Bohrungen und Ausgrabungen viele Entdeckungen von Lebewesen und geologischen Gegebenheiten der Nordsee von einst gibt.

Den Abschluss des Tages bildete nach der Mittagspause die Arbeit mit fossilen Funden. In kleinen Gruppen durften wir mit sehr guten Mikroskopen die Fundstücke betrachten und Herr Prof. Dr. Müller konnte viel Spannendes zu den einzelnen Fossilien erzählen. So zeigte er uns einen doch größeren sehr spitzen Zahn von einem Fisch, der circa 5 m lang war und vor 30 Millionen Jahren hier in der Nordsee lebte. Herr Müller demonstrierte ferner, wie man die Fossilien beim Betrachten durch das Mikroskop mit einem zusätzlichen Spiegel gleich abzeichnen kann. Zwei von uns haben sich dann ebenfalls als Fossilien-Maler versucht.

Und wenn man dann einmal so ein tolles Mikroskop zur Hand hat, dann sollte man dies auch für eigene Zwecke nutzen, dachten sich einige Schüler. Also wurden die Smartphones ausgiebig mit dem Mikroskop betrachtet. Gegen drei Uhr nachmittags waren wir von unserer fossilen Reise in den digitalen Schüleralltag 2017 zurückgekehrt.