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NSU-Opfer-Gedenkstätte mit DPFA-Baum eingeweiht

Am Sonntag, den 3. November 2019, 10 Uhr wurde der Gedenkort für die Opfer des NSU in Zwickau feierlich eingeweiht, unter Beteiligung der Hauptgeschäftsführerin Catrin Liebold und DPFA-Gründer Prof. Dr. Clauß Dietz.

DPFA Akademiegruppe spendet für NSU-Gedenkstätte in Zwickau und setzt einen Gedenkstein. Foto: DPFA

Die Schändung des am 8. September für Enver Şimşek, eines von zehn NSU-Opfern, gepflanzten Gedenkbaums, wurde sachsen- und bundesweit mit großem Entsetzen wahrgenommen. Die DPFA Akademiegruppe und die Prof. Dr. Clauß Dietz Stiftung spendeten daraufhin insgesamt 1.000 Euro an die Stadt Zwickau. Dank der großen Anteilnahme und der unerwartet hohen Spendenbereitschaft von Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen war es der Stadt möglich, zeitgleich für jedes der zehn NSU-Opfer einen Baum zu pflanzen.

Während der feierlichen Einweihung der Gedenkstätte erhielt jeder Baum eine persönliche Gedenkplatte, die durch Spender - wie Catrin Liebold - gesetzt wurden.

„In diesen politisch aufgeheizten Zeiten sind wir als Bildungsträger, als Pädagoginnen und Pädagogen gefordert, einen Beitrag für die politische Bildung der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu leisten. Hass und Hetze, Extremismus und Rassismus haben keinen Platz bei der DPFA,“ machte die DPFA-Hauptgeschäftsführerin im Rahmen der Gedenkveranstaltung vor 450 Vertretern von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft deutlich. Die Veranstaltung erzeugte großes mediales Interesse. So waren etwa Journalisten von ZDF, MDR und RTL vor Ort.

Die Gedenkplatte des Baumes für Mehmet Kubaşık, ein alevitischer Kurde mit politischem Asyl, der am 4. April 2006 in seinem Kiosk in der Dortmunder Nordstadt erschossen wurde, ist mit dem Spenderhinweis der DPFA Akademiegruppe versehen.

Zum Hintergrund: Der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) war eine neonazistische, terroristische Vereinigung in Deutschland, die um 1999 zur Ermordung von Mitbürgern ausländischer Herkunft aus rassistischen und fremdenfeindlichen Motiven gebildet wurde. Die Mitglieder Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe waren ab 1998 untergetaucht. Sie ermordeten zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin, verübten Mordversuche, Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle. In Zwickau lebte das Trio ab 2008 bis zu ihrer Enttarnung 2011.