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Leistungsdruck! Was tun wenn die Schule vorbei ist? Zukunft? ABI oder studieren?

...diese Fragen stellen sich viele Schüler. Man wird förmlich einfach von der Zeit überrumpelt und es scheint alles hoffnungslos zu sein.

Und genau um diese Themen und solche Situationen geht es in dem Stück "Toni + Andrea". Vier Schauspieler, wovon zwei Schüler und zwei Erwachsene spielen, kamen am 19.12.2016 an das DPFA-Regenbogen-Gymnasium Zwenkau.

Bei dem Projekt "Klassenzimmertheater" besuchen die Schauspieler Schulen im Kreis Leipzig und Nordsachsen. Deshalb ist das Theaterstück nicht, wie man es sich normalerweise vorstellt, mit großer Bühne, schönem Bühnenbild und normalen Sitzplätzen. Die Schreibtische im Klassenzimmer werden kurzer Hand zur Seite geschoben, sodass eine kleine Fläche entsteht, wo die Schauspieler ihr Stück vorstellen.

Meiner Meinung nach ist das viel interessanter, da man als Schüler in seiner gewohnten Umgebung ist und man sich nur auf die Vorstellung konzentrieren kann.

Im Stück werden vier Stühle nebeneinander gestellt und eine so zusagen "unsichtbare" Wand dazwischen entsteht, wodurch zwei Situationen gezeigt werden. So, als ob sie an unterschiedlichen Orten stattfänden.

Inhaltlich sind die Gespräche sehr real, weshalb man sich direkt angesprochen fühlt und sich hineinversetzen kann. Alle schauen gespannt zu. Auf der einen Seite Antonia, will Toni genannt werden, mit ihrer Mutter. Auf der anderen Seite der Italiener Andrea mit seinem Vater, der Andreas genannt werden möchte.

Das Stück handelt davon, dass die Eltern die Zukunft ihrer Kinder schon geplant haben. Die Kinder jedoch haben einen ganz anderen Plan, was, wie im echten Leben, zu Auseinandersetzungen führt.

Antonias Mutter meint, sie solle Ballett tanzen, ordentlich aussehen, mit gekämmten Haaren und guten Noten in der Schule gehen. Sie schenkt ihrer Tochter alles, was sie möchte. Das neueste IPhone und schönsten Klamotten. Doch Antonia möchte einfach nur Zeit mit ihrer Mutter verbringen, aber die hat sie nicht.

Andreas Vater will, dass sein Sohn sein Leben mehr plant und weiß, was er will, doch er ist noch unentschlossen. Dies macht seinen Vater sauer. Andrea bekommt nichts geschenkt, er muss sich alles selber erarbeiten. Ob ein teures Handy oder die kleinste Kleinigkeit.

Dem einem fehlen materiellen Sachen, der anderen die Zeit und Gefühle. Beide werden von ihren Eltern missverstanden. Die Eltern sagen: "Ich weiß, was gut für dich ist." Sie wollen letzten Endes nur das Beste für ihr Kind, aber manchmal fühlt man sich als Schüler schnell angegriffen und weiß nicht, wie man handeln soll. Im Theaterstück unterhalten sich die Eltern und Schüler jeweils miteinander. Nach langen Dialogen kam es zu einer Aussprache zwischen Kind und Mutter bzw. Vater.

Als es vorbei war, gab es eine kurze Nachdenkzeit, sodass alles erst mal auf einen wirkt. Anschließend führten wir ein langes Gespräch mit den Schauspielern. Wir tauschten Meinungen aus und lachten über manche Geschichten, die erzählt wurden. Außerdem sollten wir unsere ersten Gedanken nach der Vorstellung an die Tafel schreiben, wobei Begriffe hervor kamen wie Zukunft, Druck und Aussprache, aber auch ein paar interessante oder lustige Zitate wie: "Das Leben ist manchmal einfach nur Durchfall."

Wir wurden gefragt, ob es sinnvoll wäre, mal unseren Eltern ein solches Stück vorzustellen, wobei viele der Meinung waren, es sei gut, da die Eltern mal unsere Sicht sehen und unser Handeln dann vielleicht besser nach vollziehen können. Im Großen und Ganzen war es echt interessant und vor allem mal was Anderes. Ich kann es nur weiterempfehlen und würde mich freuen, wenn es so etwas mal für Eltern gibt.