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JUNIOR COACH - Was mit Kids und Kicken

Als Herr Weicker uns seinen Plan erläuterte - an unserer Schule, dem DPFA-Regenbogen-Gymnasium Zwenkau, in der Projektwoche vom 22.01. bis 26.01.2018 eine Trainerausbildung durchzuführen, sickerte wohl bei den meisten so ungefähr durch „Hm, was mit Kids und Kicken. Klingt doch ganz witzig. Mach ich.“.

So wurde uns erst am Montag, als Referent Sebastian Wolski vor uns stand langsam klar, welche Möglichkeiten diese Woche für uns bereithalten wird. Im Zuge der Qualifizierungsoffensive des DFB, mit welcher der Rückgang ehrenamtlich tätiger junger, ehrgeiziger Trainer entgegengewirkt werden soll, hatten wir nun die Möglichkeit, eine erste Trainerlizenz zu erwerben. Wir sollten uns in dieser Woche sowohl einen theoretischen Überbau für die Trainertätigkeit aneignen als auch erste praktische Erfahrungen sammeln.

Der eine oder andere grämte sich da (Montagmorgen, 8.05 Uhr – im Übrigen ein ganz mieser Zeitpunkt, um Schüler von irgendwas zu begeistern) wohl noch, dieses Jahr nicht das Schokoladenprojekt gewählt zu haben und nun infolgedessen statt der Tafel Milka mit einem Kuli in der Hand dazusitzen. Wir wurden bald eines Besseren belehrt, die Einführung versprach neben abwechslungsreichen Stunden zur Methodik und anderen theoretischen Grundlagen auch rasche praktische Aktivität.

In der Stadthalle führten wir erste teambildende Übungen durch, deren Sinn und Zweck uns anschließend ausführlich erklärt wurden. Und dabei durfte der Spaß keineswegs zu kurz kommen. Der Lernprozess verlief (insbesondere im Vergleich zu einigen sonstigen schulischen Lerninhalten) rasant schnell. Am Dienstag hielten wir noch Unterricht vor den anderen Lehrgangsteilnehmern, was - vorsichtig gesagt - nur mäßig funktionierte. Darauf folgte ein Tag des Unterrichts im Klassenzimmer, der von sportmedizinischen Inhalten bis hin zum wichtigsten – der Pädagogik – alles erdenkliche Trainerwissen umfasste. Doch bereits am Donnerstag, nachdem wir unsere schriftliche Prüfung absolviert hatten, bekamen wir es mit „richtigen“ Kindern aus der Grundschule Zwenkau zu tun.

Immer zu zweit hatten wir 15 Minuten, also ein Drittel der Unterrichtseinheit zur Verfügung, um den Kids ihrem Leistungsvermögen entsprechend eine bestimmte Facette des Fußballspiels, beispielsweise den Innenseitstoß, etwas näher zu bringen. Die gesamte Einheit wurde, wie im Fußball üblich, in Erwärmung, Hauptteil und Schluss gegliedert. Quasi als Generalprobe für die praktische Prüfung am Freitag, auf die wir die gesamte Woche hinarbeiteten. Diese verlief ähnlich reibungslos wie die tatsächliche Lehrprobe am Tag darauf, die Kids waren ebenso hochmotiviert und fußballaffin wie die (angehenden) Trainer. Was neben den frisch gebackenen Junior Coaches (0% Durchfallquote, da wird jeder Schulleiter mit Blick auf die Abiturzeugnisse neidisch) auch unseren Referenten sowie den Projektleitern Herr Graf-Martjuschew und Herr Weicker aus der Lehrerschaft sichtlich erfreute.

Zum Abschluss dann, wie sich das gehört, ein kleines Turnier mit allen Beteiligten. Wobei Abschluss vielleicht nicht das richtige Wort ist. Denn ein beachtlicher Anteil der Teilnehmer zeigte sich schon zu Anfang sehr angetan von der Möglichkeit, gleich noch die C-Lizenz zu machen. Oder sofort in einem Verein anzufangen. Vielleicht auch eine AG zu gründen. Wie Franz Beckenbauer sagte: „Schau´n mer mal, dann sehn mer scho.“ So war diese Zertifikatsübergabe am Freitag dann mehr ein Anfang als ein Abschluss.