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Herausforderung Frieden: Sind wir auf dem Weg in eine dauerhaft friedliche Welt?

In der letzten Geschichtsstunde am 18.03.2019 der Kursstufe 12 des DPFA-Regenbogen-Gymnasiums Zwenkau waren Kapitänleutnant Tino Möhring von der Bundeswehr und Dr. Volker Jacoby vom Zentrum für internationale Friedenseinsätze zu Gast, um sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler zu stellen.

Geschichte hat sehr viel mit der Gegenwart zu tun, das hat die Kursstufe 12 im allerletzten Lernbereich ihrer Schullaufbahn („Herausforderung ‚Frieden‘ - die Suche nach dauerhaft friedlichem Zusammenleben im 20. Jahrhundert“) noch einmal sehr deutlich erfahren können. Schließlich herrscht auf der Welt noch immer längst nicht überall Frieden.

Zum Abschluss des Geschichtsunterrichts bekamen die Schüler und Schülerinnen also Besuch von zwei Menschen, die auf sehr unterschiedliche Weise mit dem Thema „Frieden“ konfrontiert sind – so dachten wir jedenfalls: Kapitänleutnant Tino Möhring von der Bundeswehr und Dr. Volker Jacoby vom Zentrum für internationale Friedenseinsätze standen am Montag, den 18.03.2019 in einer Frage- und Diskussionsrunde rund um das Thema „Friedensbestrebungen im 21. Jahrhundert“ Rede und Antwort zu ihren Aufgabenbereichen bzw. denen der Einrichtungen, die sie vertraten.

Die ein oder anderen hatten im Vorfeld wohl eine ziemlich angeheizte Diskussion erwartet: „Bundeswehr“ und „Zentrum für Friedenseinsätze“ – da stehen sich doch sicher zwei sehr gegensätzliche Seiten gegenüber! Das äußerte sich zum Beispiel auch in an Herrn Jacoby gerichtete Fragen wie: „Heißt das, Sie bauen das wieder auf, was die Bundeswehr kaputtgemacht hat?“

Die Bundeswehr verbinden die meisten zunächst mit Krieg, Waffengewalt und Unfrieden. Schnell wurde jedoch klar: Die heutige Rolle der Bundeswehr in internationalen Einsätzen ist der des Zentrums für Friedenseinsätze gar nicht so unähnlich – zumal beide Einrichtungen eng zusammenarbeiten. Herr Möhring erklärte, dass die Aufgaben während der Auslandseinsätze der Bundeswehr größtenteils darin bestehen, die Zivilbevölkerung zu schützen, zu unterstützen und humanitäre Hilfe zu leisten. Die Experten des ZiF hingegen würden zum Beispiel Wahlen in Ländern beobachten, die dabei sind, eine Demokratie aufzubauen oder zu stabilisieren, beim Aufbau grundlegender Infrastrukturen helfen und Vermittlungsarbeit leisten sowie Konzepte zur Friedenssicherung und Konfliktlösung in Krisengebieten erarbeiten, so Dr. Jacoby.

Im Gespräch waren unter anderem die Ursachen internationaler Konflikte. Ein wesentlicher Punkt dabei sei der unverhältnismäßige Lebensstandard in Industrie- und Entwicklungsländern und die Ausbeutung der Menschen in Ländern wie Pakistan und Bangladesch für unsere Konsumgüter, beispielsweise Kleidung. So entstünde berechtigte Unzufriedenheit unter diesen Menschen, die im Zweifel in größeren Konflikten enden würden, erklärte Volker Jacoby. So tragen wir alle wortwörtlich die Verantwortung für mehr Frieden in der Welt: Langfristig ändert sich nur etwas, wenn wir unser (Konsum-)verhalten ändern und damit Wirtschaft und Politik beeinflussen.

Deutlich wurde im Gespräch jedoch auch, dass ein globaler Frieden derzeit kaum realistisch ist – unter anderem, weil von bewaffneten Konflikten profitiert wird, etwa in Form von Waffenexporten in Krisengebiete. Dass trotzdem jeder von uns einen Beitrag leisten kann, und sei er noch so klein, wurde aber eben so deutlich: Aktuell brisante Themen diskutieren sei ein Schritt in diese Richtung. Außerdem kann man nicht einfach abwarten, bis etwas „von oben“ angeordnet passiert und die Politik etwas ändert: Selbst aktiv werden ist immer die beste Methode, um etwas zu bewegen.

Obwohl die verfügbare Zeit von 90 Minuten dem ein oder anderen viel zu kurz erschien, um ein solch komplexes Thema ausreichend zu beleuchten, wurde die Diskussion sowohl vonseiten der Gäste als auch der SchülerInnen sehr positiv aufgefasst und bot interessante Einblicke in die aktuellen Bemühungen, die Welt zu einem friedlicheren Ort zu machen.