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Eine Zeitreise nach Verdun: Schüler erleben Geschichte hautnah

Fast fünf Tage waren die Schüler der elften Klasse des DPFA-Regenbogen-Gymnasiums Augustusburg in Frankreich. Und sie bringen nicht nur schöne Erinnerungen an die Reise, sondern auch jede Menge Wissen über die Schrecken und Folgen des ersten Weltkrieges mit zurück.

Während ihrer Fanrkreich-Expedition erkundeten die Schülerinnen und Schüler der elften Klasse des...

Verdun ist zum Synonym für die Sinnlosigkeit des Krieges überhaupt geworden. 300.000 französische und deutsche Soldaten ließen in der Hölle von Verdun ihr Leben. Aus diesem unsäglichen Schlachtfeld, dem Zeugnis menschlichen Versagens und Leidens eine Gedenkstätte zu machen, erscheint da nur logisch.

Und nun waren also die Schüler des DPFA-Regenbogen-Gymnasiums Augustusburg genau dort, um durch Anschauung und Erfahrung ein eigenes Bild über die Schrecken des ersten Weltkrieges zu entwickeln.

Aber gehen wir der Reihe nach vor: Begleitet von den Lehrkräften Caroline Francois, Leander Feicke und Doreen Kunze machten sich die 14 jungen Historiker am Morgen des 15. Juni auf den Weg gen Frankreich. Vor Ort angekommen – untergebracht waren sie in einem ehemaligen Kloster in Benoite-Vaux – begann natürlich sofort die Erkundung der näheren Umgebung.

Zu den ersten Entdeckungen gehörte übrigens eine Quelle, deren Wasser nachgesagt wird, dass es Wunder wirken könne. Klar, dass die zukünftigen Abiturienten das interessant fanden und sich ein paar Tropfen abfüllten. Schließlich kann man nie wissen.

Bereits am nächsten Morgen wurde es jedoch ernst: Nach einer entsprechenden Einleitung erkundeten sie das Schlachtfeld und die Festung Vaux. Von der hatte man dereinst einen guten Blick auf die deutschen Stellungen. Das Beinhaus von Douaumont, einer Gedenk- und Aufbewahrungsstätte für die Gebeine von 130.000 gefallenen und unbekannten, deutschen und französischen Soldaten, ließ einem nicht nur eine Gänsehaut über den Rücken laufen, sondern zeigte ganz deutlich und spürbar die Ausmaße des Gemetzels, welches hier vor über hundert Jahren stattfand.

Etwas später führte sie ihr Weg in die unterirdische Zitadelle von Verdun. Das ist sozusagen eine Stadt unter der Stadt und bot einst bis zu 2000 Menschen Zuflucht. In Förderwagen ging es durch die unzähligen, dunklen Gänge. Beschlossen wurde der Tag mit dem Besuch des Évènement Spectacle "Des Flammes à la Lumière" in Verdun, ein unglaubliches und beeindruckendes Spektakel aus Licht und Musik.

Selbstverständlich war die historische Expedition damit noch nicht zu Ende. Am 17. Juni standen etwa die Festung Fermont auf der Maginot-Linie, ganz in der Nähe der Grenze zu Luxemburg und Belgien sowie die Erkundung der Stadt Verdun auf dem Plan. Das „Mémorial de Verdun“, eine von Veteranen des ersten Weltkrieges initiierte und pünktlich zum hundertsten Jahrestag der Schlacht bei Verdun überarbeitete, Gedenkstätte durfte ebenfalls nicht fehlen. Immerhin werden dort mit modernen Mitteln und Methoden die Ereignisse des ersten Weltkrieges eindrücklich dargestellt.

Deutlich amüsanter war der Stadtrundgang, den die Schüler selbstständig erlebten. Schließlich sollten sie ihre Französischkenntnisse direkt und vor Ort erproben. Dies schien offensichtlich von Erfolg gekrönt gewesen zu sein, denn alle kamen gut gelaunt und mit Souvenirs versehen zurück zum Treffpunkt.

Einen ganz besonderen Höhepunkt bot der Sonntag. Nicht nur, dass die Expedition beinahe zufällig eine amerikanische Gedenkstätte entdeckte, nein, sie wurden in ein ganz besonderes Museum eingeladen. Dieses wird von Jean-Paul geführt, der schon in jungen Jahren mit den Hinterlassenschaften des ersten Weltkrieges konfrontiert wurde und deshalb seit 20 Jahren alles sammelt, was die gefallenen Soldaten, deutsche wie französische, in den Schützengräben zurückließen.

Das alles stellt er in seinem Museum aus und führt Interessenten auch über das ehemalige Schlachtfeld. Spätestens in diesen Momenten wurde die Geschichte endgültig lebendig. Besonders war es außerdem, weil die Gymnasiasten aus Augustusburg die erste deutsche Schulklasse war, die diese Tour erleben durfte. Vielen Dank, Jean-Paul!

Und nun sind sie seit Montagabend zurück von ihrer großen Reise und werden sich in den nächsten Tagen damit beschäftigen, ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aufzuarbeiten und in einem Projekt darzulegen. Man darf gespannt sein!