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DGAPforum Sachsen, Kamingespräch mit Generalkonsul der Tschechischen Republik

Der Generalkonsul der Tschechischen Republik, PHDR. Jirí Kudela, gab am 15. Juni in einer kleinen Runde von Gästen der DGAPforum Sachsen einen tieferen Einblick in die historischen Zusammenhänge der Außenpolitik und der Zusammenarbeit Deutschlands, Sachsens und der Tschechischen Republik.

Der Vorsitzende der DGAPforum Sachsen Prof. Dr. Clauß Dietz begrüßte im ACHAT Comfort Hotel Dresden neben dem Generalkonsul auch den Honorarkonsul Italiens in Dresden, Andreas Aumüller, die ehemalige Honorarkonsulin der Ukraine und Mitglied des Forums Sachsen, Jelena Hoffmann, sowie Gäste aus Politik und Wirtschaft.

Der tschechische Generalkonsul verwies in seinem Vortrag auf die überaus lange Tradition der Zusammenarbeit der Tschechischen Republik mit Deutschland und vor allem mit Sachsen. Er informierte sehr umfangreich über die Historie und den jetzigen Stand der politischen Situation in Vorbereitung der Wahlen im Oktober 2017 in Tschechien. Das Ergebnis dieser Wahlen, so Kudela, ist aus heutiger Sicht schwer einschätzbar und eine neue Regierung wird es voraussichtlich erst Ende 2017 bzw. im Januar 2018 geben.

Anschließend skizzierte Kudela die gegenwärtige wirtschaftliche Lage der Tschechischen Republik und sagte scherzhaft: „Wenn es Deutschland wirtschaftlich gut geht, geht es Tschechien sehr gut“. Die tschechische Wirtschaft ist stark auf die Industrie und insbesondere auf die Automobilindustrie ausgerichtet. Tschechien wickelt nahezu ein Drittel seines Außenhandels mit Deutschland ab, das damit wichtigster Handelspartner für Tschechien ist.

Es gibt eine weitgreifende Netzwerkarbeit, die gesammelten Erfahrungen in der Zusammenarbeit von Tschechien und Sachsen werden derzeit auf Bayern und andere Bundesländer ausgeweitet. Auch die Brexit-Diskussionen und die anhaltenden Konflikte in Nahen Osten werden kritisch beobachtet. Tschechien wünscht sich eine starke Europäische Union mit allen Gründerländern. Als sehr offene Volkswirtschaft mit einer hohen Exportquote ist Tschechien stark abhängig von den Außenmärkten. Ein Ende des freien Warenverkehrs im Schengenraum würde zu höheren Kosten der Exporte und Importe führen. Kudela begründete die von der EU kritisierte Flüchtlingspolitik Tschechiens ausführlich und wäre dafür, dass u.a. auch die Tschechische Republik mehr Geld in die Unterstützung der Herkunftsländer der Flüchtlinge geben sollte. Er erläuterte den Anwesenden die Position der VISEGRAD-Staaten und deren historische Entstehung sowie die Einordnung in die Tschechische Politik.

Abschließend standen der Generalkonsul und Prof. Dietz den Anwesenden für weitere Fragen Rede und Antwort.