Zum Inhalt springen

„Der Typ ist eine echte Vollkatastrophe.“

Der Faust-Darsteller Wenzel Banneyer war am 14. November zum Gespräch im DPFA-Regenbogen-Gymnasium Zwenkau in Klassenstufe 11 zu Gast.

 

Ein Faust, der stottert, spuckt, kaum aufrecht gehen kann? Und dann gehen ihm auch noch im berühmtesten Monolog die Vokale aus?! Die aktuelle Faust-Inszenierung von Enrico Lübbe am Schauspiel Leipzig hinterließ am 2. November viele Fragen bei den Schülern der Klassenstufe 11, denen Faust bisher als zwar verzweifelter aber dennoch respektabler Gelehrter begegnet war, von Gretchen als Vamp ganz zu schweigen.

Oft bleiben nach einem solchen Theaterbesuch viele Fragen offen, aber wir hatten das Glück, dass Wenzel Banneyer, der Darsteller des neu interpretierten Faust, sich die Zeit nahm, ein ausführliches Nachgespräch mit den Schülern zu führen und Einblicke in den Ablauf einer solchen Inszenierung sowie den Beruf des Schauspielers zu geben.

Auch für ihn war es der erste intensive Austausch mit Zuschauern über das Stück, das im September Premiere hatte. Dabei verstand er die Sicht der Schüler auf diesen Faust, den er angesichts seiner Verzweiflung und Passivität selbst als „Vollkatastrophe“ bezeichnete, erklärte aber auch die Überlegungen, die hinter einer solchen Neuinterpretation stecken. Eines der vielen Aha-Erlebnisse, die es wohl auf beiden Seiten während des Gespräches gab: Auf die Frage hin, ob es kompliziert sei, einen solchen Text zu lernen, antwortete Wenzel Banneyer: „Das ist Goethe, das les ich 3x laut, dann ist es drin. Die Sprache ist doch super!“