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„Das Erzgebirge ist mehr als Weihnachtsland und Männelmacherei!"

Mit deutlichen Worten zum Mangel an Fachkräften und Auszubildenden, vor allem in den technischen Gewerken, wurde der Technikerpreis am 27. Februar von Dr. Matthias Rößler, Präsident des Sächsischen Landtags und Schirmherr des Wettbewerbs, eröffnet.

Prominente Gäste folgten der Einladung zur Eröffnung des Wettbewerbes Technikerpreis 2018: Martin...

Gastgeber der Auftaktveranstaltung war die Pulsotronic-Anlagentechnik GmbH in Niederdorf bei Stollberg und deren Geschäftsführer Martin Schweitzer. Er betonte, dass das rein ostdeutsche und europaweit äußerst erfolgreiche, mittelständische Unternehmen sich vor der schwierigen Aufgabe sähe, ausreichend Fachkräfte zu bekommen, um die vollen Auftragsbücher abzuarbeiten. Im Zuge dessen lobte er die in seinem Unternehmen beschäftigten Staatlich geprüften Techniker als wichtige Stütze, die vor allem durch ihre Flexibilität und hervorragende praktische Ausbildung unverzichtbar seien. Auch Prokurist und Betriebsleiter Mathias Kutz, betonte, wie wichtig gute Fachkräfte für den Erfolg eines Unternehmens sind.

Dem schloss sich Dr. Matthias Rößler in seinem Grußwort an. Er erklärte, dass man in Sachsen wohl zu lange von der Substanz lebte. „Es fehle an Facharbeitern, Experten für Informationstechnologien, Ingenieuren und Auszubildenden, vor allem in den technischen Berufen. Und dies ist nicht nur in kleinen und mittelständischen, sondern auch in großen Unternehmen der Fall. Man muss sagen, dass die Zeit des Lehrstellenmangels vorbei ist. Stattdessen haben wir einen Lehrlingsmangel. Doch nicht nur das! Die Generation der Gründer so vieler erfolgreicher Unternehmen nähert sich ihrem wohlverdienten Ruhestand, es fehlen jedoch die passenden Nachfolger.“
Im Zuge dieser Worte dankte er der DPFA Akademiegruppe als Initiator des Wettbewerbes Technikerpreis, der zum Ziel hat, diese Aufstiegsfortbildung bei Unternehmen und engagierten Fachkräften bekannter zu machen.

Frank Vogel, Landrat des wirtschaftlich starken und industriell geprägten Erzgebirgskreises, ergänzte dazu, wie wichtig es sei, bereits junge Menschen für Berufe in den technischen Bereichen zu interessieren und zu begeistern. Dafür werden im Erzgebirgskreis seit vielen Jahren zahlreiche Maßnahmen in der Berufsorientierung umgesetzt: Diese reichen von den Erzgebirgsmessen für Berufsorientierung bis zu Betriebspraktika. Derartige Anstrengungen finden in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Erzgebirge statt, deren Geschäftsführer Matthias Lißke als Moderator der Auftaktveranstaltung erklärte: „Das Erzgebirge ist mehr als nur Weihnachtsland und Männelmacherei! Wir sind eine industriell geprägte Region, die auf bestens ausgebildete Fachkräfte wie die Staatlich geprüften Techniker angewiesen ist.“

Wie diese Qualifizierung funktioniert, erklärte Jens Steglich, Schulleiter der auf diesem und auch anderen Gebieten sehr erfolgreichen Richard-Hartmann-Schule in Chemnitz. Mit einem Exkurs in die historische Entwicklung der Ausbildung machte er deutlich, woran dessen ausbaufähige Akzeptanz liegen könne und zwar in der entsprechenden Anerkennung und Wertschätzung der Kompetenzen.

Dass dieses Thema auch große Unternehmen wie envia Mitteldeutsche Energie AG beschäftigt, führte Ronny Krahnefeld, Leiter des Strategischen Personalmanagements, aus. „Der Staatlich geprüfte Techniker nimmt auch in unserem zugegeben ingenieurfokussierten Unternehmen eine Sonderstellung ein und sollte deutlich bekannter sein. Seit einiger Zeit rückt der Techniker deshalb auch bei envia Mitteldeutsche Energie AG verstärkt in den Blickpunkt. Schließlich ist Fortbildung ein Schlüssel zum Erfolg, gerade in Zeiten der Digitalisierung und der Industrie 4.0.“

Über siebzig prominente Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie zahlreiche Vertreter der Fachschulen für Technik des Freistaates waren der Einladung zur Auftaktveranstaltung gefolgt. Sie nutzten den Anlass außerdem, um sich auszutauschen oder einer Führung durch die Produktionsstätten der Pulsotronic-Anlagentechnik GmbH zu folgen.

Der Technikerpreis wurde 2009 als Initiative des sächsischen Bildungsträgers DPFA Akademiegruppe aus der Taufe gehoben wurde und gewann seit dem Jahr für Jahr an Renommee. Deutliches Zeichen dafür ist unter anderem, dass der Präsident des sächsischen Landtages, Dr. Matthias Rößler, seit 2016 dauerhaft die Schirmherrschaft für den Technikerpreis übernommen hat.

Bis zum 22. Juni können nun die am Wettbewerb Technikerpreis teilnehmenden Fachschulen die jeweils besten Facharbeiten der diesjährigen Absolventen einreichen. Aus diesen kürt am 25. Juni eine Fachjury, bestehend aus Vertretern der Fachschulen sowie den Projektförderern, die Preisträger in den Kategorien Maschinentechnik, Bautechnik, Elektrotechnik und einer freien Kategorie.
Diese werden während einer Festveranstaltung am 29. Juni unter Schirmherrschaft von Dr. Matthias Rößler ausgezeichnet.