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CSI Augustusburg, oder: Gibt es das perfekte Verbrechen?

Für eine Woche verwandelten sich ganz normale Schüler der 8. bis 10. Klasse des DPFA-Regenbogen-Gymnasiums Augustusburg in knallharte Kriminaltechniker! Unter rein naturwissenschaftlichem Blickwinkel widmeten sie sich dem Verbrechen.

Während ihrer Projektwoche beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler des...

Keine Sorge, das geschah alles unter Aufsicht und innerhalb eines Schulprojektes. Denn während die einen Mitschüler sich etwa mit der Geschichte der Stasi in der DDR und andere mit dem Wirken Luthers beschäftigten, wollte diese Gruppe herausfinden, wie Naturwissenschaften in der Forensik helfen, Täter ausfindig zu machen und zu überführen.

Aufgeteilt in verschiedene Teams erkundeten die Ermittler in spe unter anderem, wie man sich einem Tatort nähert, ohne wichtige Beweise zu kontaminieren oder gar zu zerstören. Wichtigste Erkenntnis: Bei den Detektiven im Krimi sieht das immer etwas anders aus.

Eine andere Aufgabe bestand darin, sich mit den Spezifika von Fingerabdrücken auseinanderzusetzen. Man lernt zwar, dass die bei jedem Menschen ganz individuell, also einzigartig sind, aber ist das so? Und wenn ja, wie helfen sie bei der Tatortanalyse?

Nächster Punkt, der zu klären war: Wie komme ich überhaupt an brauchbare Fingerabdrücke? Wichtige Erkenntnis dabei: Für Fingerabdrücke muss man sich die Finger schmutzig machen.

Vielleicht nicht unbedingt jedermanns Sache war die Untersuchung von Blutflecken. Ja, auch diese vermitteln unglaublich viele Informationen über einen Tatort. War es etwa ein Schuss, ein Schlag oder ein Stoß? Wie groß war wohl der Täter? Und von wo führte er seine Tat aus? Das alles kann ein gut ausgebildeter und erfahrener Forensiker aus Blutspuren bzw. Blutspritzern ablesen.

Und wenn man schon einmal bei diesem besonderen Lebenssaft ist, ist die DNA nicht fern. Laut TV-Krimi weiß man, dass auch diese eine große Rolle spielt. Doch welche? Bei all diesen Themen kamen immer wieder Kenntnisse und Fertigkeiten aus den verschiedenen Naturwissenschaften – Physik, Chemie und Biologie - zum Einsatz.

Ein wenig Geschick war gefragt, als der gute alte Gipsabdruck zum Einsatz kam. Denn auch dieser wird nach wie vor bei der Tatort-Analyse angewandt. Fußspuren, Reifenabdrücke und ähnliches lassen sich so als 3-D-Modell fixieren und aufbewahren.

Wer sich derart intensiv mit der Kriminalistik beschäftigt, landet erfahrungsgemäß auch mal vor Gericht. Deshalb besuchte die Projektgruppe um die Fachlehrerin für Biologie Helga Balster am 29. November eine Verhandlung vor dem Amtsgericht in Chemnitz und schon einen Tag später ging es in den Knast und zwar in die JVA Kaßberg.

Der Ordnung halber sei erwähnt, dass die Nachwuchs-Forensiker beide Orte nur aus rein wissenschaftlichem Interesse besuchten. Ob es nun das perfekte Verbrechen gibt oder nicht, wird zum Abschluss der Projektwoche am 1. Dezember im Rahmen des „Tages der offenen Tür“ präsentiert!

Möglich war dieses außergewöhnliche Projekt übrigens nur mit der Hilfe der Kriminal-Polizei-Inspektion Chemnitz. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle!